Bewegung in der Mittagspause

Akademietage sind lang. Sie sind reich an neuen Eindrücken, aber sie sind arm an Bewegungsmöglichkeiten. Man sitzt lange, wenn man nichts dagegen tut.

An ihrem stabilen Schuhwerk sind sie zu erkennen: Teilnehmer der Herbstakademie, die von Söflingen in 45 Minuten zur Uni hochgehen. „Bewegung tut gut“, sagen sie. „Vor allem, wenn man bei der Akademie dann den ganzen Tag sitzt.“ Sollte man deshalb wenigstens zwei Haltestellen vor der Uni aussteigen und den Rest gehen? Es wäre gesünder, aber Busse und Straßenbahn halten so bequem, direkt bei der Mensa. Wer kann da widerstehen?

Es gibt eine Lösung gegen Rückenschmerz und schlechtes Gewissen: Bewegung in der Mittagspause. Dieser Programmpunkt im Tagesablauf wurde eingeführt, als sich Teilnehmer über die allzu lange Mittagspause beklagten. Deshalb kommt beispielsweise seit 2011 Gesundheitstrainer Marko Vrbancic zur Herbstakademie. Seine wichtigste Botschaft lautet: „Jeder macht so viel er kann. Wir sind hier kein Olympiastützpunkt!“ Seine Anhängerschaft ist groß, viele sind schon jahrelang dabei. Man hat Spaß miteinander.

Der Raum ist fast zu klein. Aber irgendwie geht es immer, und sollte noch ein Nachzügler dazu kommen, dann ist er herzlich willkommen. Man rückt noch ein bisschen auf Lücke und schafft Raum, indem man die Tür geöffnet lässt. Und so schwingen sie auf und ab, die sechs (!) Männer und 22 Frauen, dehnen sich und spüren der Bewegung nach. Sie stützen mit der flachen Hand den Himmel, schieben Wolken weg und machen Schwimmbewegungen wie Frösche. „Das weitet den Brustkorb und versorgt Sie mit Sauerstoff für die nächste AG“, sagt der Trainer. Locker geht es zu und sehr gelöst. Zum Schluss stehen alle im Kreis und klopfen der oder dem Vorderen auf die Schulter: „Gut gemacht!“

Voll neuer Energie geht es anschließend in die Arbeitsgruppen, locker und irgendwie gelöst. Eine hervorragende Idee, solche Angebote zu machen.

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