ViLE besucht die Berliner Sommer-Uni

Wie? In Berlin gibt es eine Sommer-Uni? Was ist das? Diese Fragen stellte mir kürzlich eine Freundin, als ich vom beabsichtigten Berlinbesuch im August 2019 berichtete. Die Berliner Sommer-Uni, 2019 bereits die vierundreißigste, wird von der Berliner Akademie für weiterbildende Studien e.V. (www.BerlinAkademie.de) organisiert, in Zusammenarbeit mit vier Berliner Universitäten. die sich in der Durchführung der Veranstaltung abwechseln. In diesem Jahr war die Universität der Künste (www.udk-berlin.de) der Veranstaltungsort, im Jahr 2018 war es die Freie Universität. 2020 wird es die Technische Universität Berlin sein, vielleicht auch mit der TU Cottbus, 2021 die Humboldt-Universität.

Afrika
Der Vorstand von ViLE war während des 11. deutschen Seniorentages in Frankfurt auf diese Veranstaltung aufmerksam geworden durch Kontakte mit Mitgliedern der Berliner Akademie: beide Vereine haben zum Ziel, diejenigen zu unterstützen, die nach einer Lebensphase voller Beanspruchung durch Beruf und Familie oder nebenberuflich einen Zugang zur Wissenschaft suchen. So lag es nahe, die Sommer-Uni zu besuchen, um neue Kontakte zu knüpfen, gemeinsame Veranstaltungen zu planen, Werbung in eigener Sache zu machen und neue Mitstreiter*innen zu finden. Die Qualität der Vorträge der 33. Sommer-Uni zum Thema Afrika hatten uns bereits sehr beeindruckt.

Kultureller Austausch und Heimat
Das Thema der 34. Berliner Sommer-Uni ist sehr allgemein gefasst: „Kultureller Austausch und Heimat. Was Künste zu Identitäten beitragen“. Aber dahinter verbergen sich Probleme von aktueller Bedeutung: Nationalismus, Intoleranz, Politikverachtung, persönliche Ängste und enttäuschte Erwartungen. Dabei besteht die Hoffnung, daß Künste zu Identitäten und damit zur Lösung der Probleme beitragen. In zweierlei Hinsicht von Bedeutung sind: zunehmender Nationalismus und Extremismus weltweit auf der einen Seite, und wieder aufkommende Fragen zu 30 Jahren Wiedervereinigung andererseits.

Sommer-Uni im Überblick
Die 6 Tage stehen unter dem Motto: Kultur und Identität (Montag), interkulturelle Kommunikation und Medien (Dienstag), Erzählen, Theater und Integration (Mittwoch), Kunst, Herkunft und Politik (Donnerstag), Baukulturen zwischen Tradition und Innovation (Freitag), Auseinandersetzungen um Identität (Samstag) und Exkursion in die Fontanestadt Neuruppin anlässlich des 200. Geburtstages von Theodor Fontane (Sonntag).

Eröffnung
Der erste Tag begann mit zwei hochkarätigen Vorträgen von Dr. hc. Wolfgang Thierse, Bundesratspräsident a.D., zu den Themen: „Darf Heimat eine Aufgabe für Politik sein“ und „ Kultur und Identität – vertraute Heimat, fremde Familie“. Seine Ausführungen waren um so beeindruckender, weil sie von einer Person stammten, die in der DDR aufgewachsen war, bei der „Wende“ aktiv beteiligt war, inzwischen wirklich beide Seiten gut kennt und eine objektive Betrachtung ablieferte. In den Diskussionen erwies er sich als schlagfertig, kompetent, engagiert, ja auch menschlich bewegt. Alleine seine Ausführungen waren den Besuch der Sommer-Uni wert.

Räumlichkeiten
Das Gebäude der Universität der Künste stammt aus der Zeit des Neoklassizismus und begeistert durch seine Architektur und die hohen Innenräume, umgeben von Schatten spendenden Laubbäumen.

Wir schätzten die Nähe zum Stadtzentrum, der Kurfürstendamm, das alte Zentrum von Berlin-West, ist nicht allzu weit weg. Viele Restaurants und Straßencafés finden sich in den anliegenden Straßen und luden zum Entspannen und Diskutieren ein.

Nach dem vielversprechenden Anfang am Montag können wir uns noch auf spannende Vorträge, Workshops und Ausflüge freuen.

Über Barbara Heinze 1 Artikel
Nach meinem Berufsleben (Naturwissenschaftlerin an der Uni) habe ich im Ruhestand neue Betätigungsfelder gesucht. Zur Zeit bin ich in zwei Arbeitskreisen des ZAWiW der Universität Ulm, sowie im Verein ViLE aktiv. Weiterhin pflege ich meine Hobbies Sport und Musik